Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Europa

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
Zum piqer-Profil
piqer: Thomas Wahl
Montag, 04.06.2018

Europa - ein Minderheitenprogramm? Mathias Greffrath im Interview durch Arno Widmann

Der Gedanke, das an einer europäischen Friedensordnung, die die Welt befruchtet und besser macht, ist alt, wie der Autor mit Hugo belegt. Eine solche Mission wird uns nun durch die amerikanische Politik von außen aufgezwungen. Aber das einzige, worüber Europa sich einig scheint, ist, das Eindringen der Flüchtlinge zu verhindern. Keine langfristig tragfähige Grundlage.

Der Autor zitiert einen Satz von Marine Le Pen „Europa schützt uns nicht, wer schützt uns denn dann?“

Das dieser Satz wirklich „den rationalen Kern des Nationalismus und des protektionistischen Populismus“ ausdrückt darf man bezweifeln. Es ist eher das Eingeständnis europäischen Scheiterns.

Der europäische Nationalstaat ist immer noch eine politische und kulturelle Selbstverständlichkeit, und als Sozialstaat die einzige Schutzinstanz gegen ein neoliberales Europa.

Interessant der Hinweis auf den unterschiedlichen Charakter der osteuropäischen Nationalismen: Die Polen seien Überzeugungstäter, die den Westen rechristianisieren wollen, die Ungarn praktizieren eine Art Feudalismus und vergeben Lehen an Gefolgsleute.

Gut nachvollziehen läßt sich Greffraths Beobachtung:

die demokratisch Denkenden und Fühlenden müssen sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass für, sagen wir achtzig Prozent der Menschen der Wunsch nach Sicherheit und Stabilität weit vor dem nach demokratischen Freiheiten rangiert.

Damit wird auch klar, wo die Quellen autoritärer Bewegungen liegen und das Demokratie ohne allgemeinen Wohlstand nicht nur in EU eher ein Minderheitenprogramm ist. Ob der Satz am Schluß

Europa wird es nicht geben ohne eine europäische Industriepolitik und eine europäische Soziale Marktwirtschaft. Und das heißt: Wohlstandstransfer.

stimmt, wird sich zeigen. Meines Erachtens ist Wohlstand durch Transfer nicht dauerhaft und macht eher unzufrieden. Weitere Vorschläge, wie ein Afrika-Plan oder eine Europa-Armee sind sicher bedenkenswert.

Europa - ein Minderheitenprogramm? 
Mathias Greffrath im Interview durch Arno Widmann
8,6
5 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!