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Europa

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent
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piqer: Ulrich Krökel
Donnerstag, 14.04.2016

Die Furcht der Polen vor einer deutschen Geschichtsvergessenheit

Jan Böhmermann ist derzeit in aller Munde. Was also liegt näher, ihn zum Aufhänger für einen Gastbeitrag zu Polen zu machen? So oder so ähnlich dürfte man sich das Ganze bei der FAZ gedacht haben, in der sich der Historiker und Slawist Stephan Stach über das polnische Verhältnis zum großen Nachbarn im Westen Gedanken macht, genauer gesagt über das Deutschlandbild der neuen polnischen Rechtsregierung. Eigentlich hätte es des seltsam verqueren Aufhängers gar nicht bedurft, denn zur Sache ließe sich auch so mehr als genug sagen. Unter anderem wäre es durchaus lohnenswert gewesen, noch einmal auf die verheerenden Reaktionen der polnischen Gesellschaft auf die ZDF-Weltkriegstrilogie "Unsere Mütter, unsere Väter" zurückzublicken, deren Ausstrahlung vor genau drei Jahren das bilaterale Verhältnis erschüttert hat. Auf diese Weise hätte man einen Vergleichsmaßstab gehabt und schnell sehen können, dass das Thema Geschichtspolitik nur bedingt etwas mit der Sichtweise der aktuellen Regierung zu tun hat und schon gar nicht mit dem Versuch, von anderen Themen (Abtreibung) abzulenken. Fakt ist: In Polen herrscht seit Jahren ein in allen Gesellschaftsschichten weit verbreitetes Unbehagen, dass die Deutschen endlich den vielzitierten Schlussstrich unter ihre finstere Vergangenheit ziehen wollen. Das gilt es ernst zu nehmen - Kaczynski hin oder her.

Die Furcht der Polen vor einer deutschen Geschichtsvergessenheit

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