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Europa

Alexander Wragge
piqer: Alexander Wragge
Dienstag, 12.07.2016

Der schamlose Herr Barroso

José Manuel Barroso ist nicht ganz unschuldig an der Weltfinanzkrise ab 2008. Unter seiner Leitung (2004-2014) versäumte es die EU-Kommission, rechtzeitig geeignete Regeln für den EU-Finanzplatz zu schaffen. Im Gegenteil: Die Finanzindustrie durfte sich ihre EU-Gesetzgebung mehr oder minder selbst schreiben, wie Lobby-Kritiker dokumentierten. Am Ende brachten die Milliarden-Zockereien in der EU das Weltfinanzsystem beinahe zum Einsturz (Beispiel: der Fall AIG). Sie trieben ganze Staaten in den Ruin. Zahlen müssen die Party bis heute die SteuerzahlerInnen. So weit, so bekannt.

Und jetzt hat Barroso (60) herausgefunden, womit er sich nach seiner eher glücklosen Amtszeit beschäftigen möchte. Er könnte sein EU-Insider-Wissen NGOs zur Verfügung stellen, die gegenüber der Finanz-Lobby strukturell im Nachteil sind. Er könnte an der Uni lehren. Er könnte sozialen Projekten helfen, zum Beispiel in seiner krisenerschöpften Heimat Portugal. Er könnte...

Barroso hat sich anders entschieden. Die Expertise aus seinem öffentlichen Amt als Kommissionspräsident will er in der Finanzindustrie vergolden. Er heuert als „non-executive Chairman“ bei einer Londoner Tochtergesellschaft von Goldman Sachs an — unter anderem berüchtigt für Bilanztricks in Griechenland (hier geht's zur ZDF-Doku: „Goldman Sachs — Eine Bank leitet die Welt").

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