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Europa

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent
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piqer: Ulrich Krökel
Freitag, 03.02.2017

Der Fall Walesa: Die erste Alternative zum Runden Tisch bestand im Einsatz von Gewalt

Eigentlich wollte ich die jüngste Entwicklung im Fall Lech Walesa hier nicht thematisieren, denn im Prinzip gibt es nicht viel Neues zu vermelden. Grafologische Gutachter haben die Echtheit von Akten bestätigt, die belegen sollen, dass der Friedensnobelpreisträger von 1983 in den frühen 70er Jahren als IM Bolek für die polnische Stasi gespitzelt hat. Das konnte man auch schon vorher mit guten Gründen annehmen. Letztlich ist der Fall Walesa aber doch zu wichtig, um am Rande abgehandelt zu werden. Immerhin war es die polnische Solidarnosc unter Führung Walesas, die in den 80er Jahren den Weg zu den friedlichen Revolutionen im Osten Europas geebnet und später das Modell des Runden Tisches entwickelt hat.

Genau diesen Ansatz des gewaltfreien, an Kompromissen ausgerichteten Übergangs von einer Diktatur zur Demokratie stellen die Walesa-Gegner seit Langem unter Generalverdacht. Demnach haben die Kommunisten sich des Runden Tisches bedient, um ihren Einfluss in das neue System hinüberzuretten. Das lässt sich nicht rundheraus bestreiten, lässt aber mehr noch die Frage nach Alternativen unberücksichtigt, deren wahrscheinlichste Antwort Eskalation und Gewalt lautet. Eine solche Zuspitzung lag ja zum Beispiel bei der Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig in der Luft. Das und Walesas wahre Rolle dürfen nicht vergessen werden! Deshalb empfehle ich hier die Stellungnahme des (dezidiert linken) Portals Krytyka Polityczna.

Der Fall Walesa: Die erste Alternative zum Runden Tisch bestand im Einsatz von Gewalt
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