Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge - um den Dienst bereitzustellen, Seitenzugriffe zu analysieren und auch um Werbung zu personalisieren. Informationen über die Nutzung von piqd werden dabei auch an Dritte weitergegeben.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Europa

Hannes Alpen
Redaktionsleiter Internationale Politik und Gesellschaft (IPG)
Zum piqer-Profil
piqer: Hannes Alpen
Montag, 02.01.2017

Braucht Europa wirklich (geschlossene) Außengrenzen?

Über tausend afrikanische Migranten haben an Neujahr versucht, den sechs Meter hohen, mit Stacheldraht gesicherten, Grenzzaun zur spanischen Enklave Ceuta in Marokko zu überwinden. Grenzpolizisten versuchten, sie daran zu hindern. Nur zwei haben es verletzt auf EU-Boden geschafft. Ob sie in Europa bleiben dürfen, ist alles andere als sicher.

An kaum einer anderen Stelle wird das Grenzregime Europas so deutlich wie hier, trifft die kritische Bezeichnung der „Festung Europas“ tatsächlich auch zu. Trotz aller Kritik dürfte es aber in der allgemeinen Bevölkerung und auch in der Politik eine grundsätzliche Zustimmung für eben jene „Sicherung der Außengrenzen“ geben. Die Argumente für Außengrenzen gehen von „Der Sozialstaat hält nur eine bestimmte Summe an Zuwanderern aus“ bis zu sicherheitspolitischen Erwägungen, nicht zuletzt nach den Ereignissen von Silvester 2015 in Köln und nach dem jüngsten Attentat vom Breitscheidplatz in Berlin.

In einem erfrischenden Blog-Eintrag argumentiert der britische Freigeist und Querdenker Kenan Malik nun für offene Grenzen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Malik abschließend zustimmen will, glaube doch auch ich, dass es sinnvoll ist, seine Grenzen zu kontrollieren und die Zuwanderung zu steuern. Aber Malik wartet mit bestechenden Argumenten und historischen Beispielen auf — etwa dass offene Grenzen bisher häufig die Norm waren, so auch an der besagten spanisch-marokkanischen Grenze bis zum Jahr 1991. Afrikanische Arbeiter kamen für Saisonarbeiten nach Spanien und gingen auch wieder zurück. Als aber die Grenzen geschlossen wurden, hörten die Menschen nicht auf zu kommen. Nur, wenn sie es einmal nach Spanien geschafft hatten, waren sie so investiert, dass sie nicht wieder zurückgingen. Die Schließung der Grenzen hatte somit erst ein „Problem“ geschaffen, für das die Grenzzäune eigentlich die Lösung darstellen sollten.

Braucht Europa wirklich (geschlossene) Außengrenzen?

Dir gefällt das? Keinen piq mehr verpassen!

Kostenlos registrieren

9,5
18 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied! Für 3€ /Monat.

Kommentare 1
  1. Suny Kim
    Suny Kim · vor etwa 2 Monaten

    Es gibt nun auch eine deutsche Version dieses Artikels: www.ipg-journal.de/kommentar...

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Europa als Newsletter.