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Klima und Wandel

Wie die Erdgas-Lobby in Europa um ihr Geschäft kämpft

Alexandra Endres
Journalistin
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Alexandra EndresSamstag, 08.05.2021

Die Zeit der fossilen Brennstoffe scheint ja nun tatsächlich abzulaufen. Jedenfalls in Europa: Bis 2050 will die EU (netto) klimaneutral werden. Das heißt, sie verspricht, dann keine Treibhausgase mehr auszustoßen und die Emissionen auszugleichen, die doch noch entstehen.  

Damit ist nicht nur das Geschäftsmodell von Kohle- und Ölunternehmen in Gefahr, sondern auch das der Erdgasindustrie. Dabei galt Gas lange als vergleichsweise sauber. Aber (netto) klimaneutral bedeutet eben, dass auch Brennstoffe, die relativ geringe Emissionen verursachen, nicht mehr verwendet werden dürfen, wo immer man sie ersetzen kann.

Wie die Gasindustrie unter diesen Umständen jetzt um ihre Existenz kämpft, hat ein deutsch-italienisches Team von CORRECTIV und IRPIMedia recherchiert:

Die Gaslobbyisten setzen sich für sogenannten blauen* Wasserstoff ein. Sie stellen ihn als sauber und klimafreundlich dar, obwohl das nicht stimmt. Sie beschreiben ihn als besonders kostengünstig und argumentieren, man brauche den Wasserstoff zumindest für eine Übergangszeit. Auch das ist fragwürdig.

Dennoch scheinen die Industrievertreter damit Erfolg zu haben. Zumindest sitzen sie in den relevanten Gremien und sie erhalten auch Zugang zu den politischen Entscheidungsgremien, auf EU-Ebene ebenso wie in Deutschland.

Es stehen Milliarden auf dem Spiel – Milliarden für die Förderung von Pipelines für den Transport von Wasserstoff, aber auch viel Geld für Firmen, die diese Technologie entwickeln. Und nicht zuletzt Milliarden, die klimaschädliche Energieproduktion bedienen könnten.

In der Recherche spielt auch Joachim Pfeiffer eine Rolle, CDU-Bundestagsabgeordneter und langjähriger energiepolitischer Sprecher seiner Partei. Pfeiffer setzte sich auf politischer Ebene sehr für die Förderung von Wasserstoff ein. Nebenher war er

bis Ende 2020 im Beirat der kanadisch-malischen Firma Hydroma, die Wasserstoff aus Entwicklungsländern in Westafrika nach Deutschland exportiert. Hydroma hält nach eigenen Angaben das größte natürliche Wasserstoff-Feld in Mali. Auf unsere Anfrage hat die Firma nicht reagiert.

Auf die Anfrage an Pfeiffer, welche Rolle er bei der Wasserstoffstrategie in seiner Heimatregion Stuttgart gespielt habe, erhielt Correctiv Post vom Anwalt.

* Wirklich klimafreundlich ist nur der grüne Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien erzeugt wird. Aber es gibt da ein Problem: Es gibt nicht genug davon.

Wenn alle Stahlkonzerne auf grünen Wasserstoff umsteigen, würden die Windräder in Deutschland nur für sie laufen.

Blauer Wasserstoff hingegen wird aus Erdgas hergestellt. Klimafreundlich ist das nicht. 

Die Abscheidung und Speicherung des erzeugten Kohlendioxids (CCS) wäre die einzige Lösung, um diesen Prozess laut seiner Befürworter „sauber“ zu machen. Die Technologie wird schon seit Jahrzehnten gefördert, bleibt aber extrem teuer und funktioniert bislang nicht.

Wie die Erdgas-Lobby in Europa um ihr Geschäft kämpft

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Kommentare 2
  1. Timo Steuerwald
    Timo Steuerwald · vor 2 Monaten

    Danke für den Hinweis auf diesen aufschlussreichen Beitrag!

    1. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor einem Monat

      Danke! :-)

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