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Reportagen und Interviews

Verlogene Zuwanderungsdebatte

Charly Kowalczyk
journalist

Ich bin in Singen am Hohentwiel geboren und lebe in Potsdam. Schreibe Radiofeature für den Deutschlandfunk und für die Sender der ARD. Bin Mitgründer des Bremer Hörkinos. Seit nun fast 19 Jahren stellen wir in Bremen ein Radiofeature der Öffentlichkeit vor.
www.bremer-hoerkino.de

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Charly KowalczykMittwoch, 30.11.2022

Als Jens Spahn Bundesgesundheitsminister war, warb er 2019 aktiv in Mexiko um Pflegekräfte für unsere Kliniken und Heime. Er warb überall vor allem Pflegerinnen ab. Aus vielen Staaten kamen in den letzten Jahren Pflegekräfte nach Deutschland: Aus den Philippen, Tunesien, Bosnien-Herzegowina, Vietnam, Serbien, Brasilien ... obwohl diese Staaten sie selbst benötigen – und sich zu Recht über diese Abwerbung beklagen. Nun... es hört bei Pflegekräften nicht auf. Nun billigt das Bundeskabinett Pläne für erleichterte Einwanderung von Arbeitskräften. Das Eckpunkte-Papier sieht unter anderem vor, dass anerkannte ausländische Fachkräfte künftig auch in Berufen arbeiten können, die mit ihrer Ausbildung nichts oder wenig zu tun haben. Auch dass Einwanderinnen und Einwanderer schon nach fünf statt nach acht Jahren Deutsche werden können. Und wenn sie besonders gebraucht werden, sogar schon nach drei Jahren.

Mit viel Interesse höre im Deutschlandfunk Kultur dem Historiker Michael Wolffsohn zu. Er ist in Israel geboren und nach Deutschland eingewandert, hat den israelischen Pass abgegeben und den deutschen Pass angenommen. Für ihn ist es sinnvoll, sich für eine Staatsbürgerschaft zu entscheiden und zwar dort, wo der Lebensmittelpunkt ist. Das war aber für mich gar nicht die spannendste Passage des Interviews. Interessant ist seine Kritik an der aktuellen Zuwanderungsdebatte. Die ganze Debatte sei unehrlich, sagt er. Auf die Frage, ob Deutschland Einwanderung brauche, antwortet der Historiker folgendermaßen:

Ja natürlich. Es gibt aber mehrere Perspektiven und das wird ja hier so getan, als ob das eine große menschliche Leistung wäre, dass wir Ausländer nach Deutschland kommen lassen und sie zu Inländern machen. Das ist eine Sirup-Geschichte, es ist eine Überzuckerung, eine ökonomisch-funktionale Notwendigkeit und das Wort, was Ihre Kollegin hier gebracht hat und aus dem Entwurf der Regierung zitierend zeigt es ja, "Menschen, die Potenzial haben", also im Grunde genommen steht die Funktion und nicht der Mensch hier im Mittelpunkt. Diese ganze humanistische, humane Überzuckerung lassen wir mal beiseite. Es ist völlig klar, dass es hier um eine aus nationalen Interesse nachvollziehbare Entscheidung handelt. Und das ganze Drumherum, dass dann sagt, ja die deutsche Staatsbürgerschaft wird verramscht usw., das ist ideologisches Geschwafel.

Was Wolffsohn meiner Ansicht nach zurecht aufregt, ist, dass die geförderte Zuwanderung als große humane Leistung gepriesen wird. Deutschland würde endlich moderner werden. Und dies ohne darüber nachzudenken – und das ist die andere Seite der geförderten Einwanderung –, dass wir anderen Staaten die Arbeitskräfte wegnehmen. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass für einige Staaten die Abwanderung ihrer Fachkräfte eine Katastrophe ist. 

Ein sehr empfehlenswertes Interview mit dem Historiker Michael Wolffsohn. 

Verlogene Zuwanderungsdebatte

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