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Zukunft und Arbeit

Ole Wintermann
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piqer: Ole Wintermann
Dienstag, 25.02.2020

Die Regierung des Staates Kalifornien stellt einen umfangreichen Bericht zum mobilen Arbeiten vor

Nach jahrelanger Arbeit hat eine Kommission der Regierung des Staates Kalifornien eine Studie zu den Vor- und Nachteilen des mobilen Arbeitens vorgestellt. Grundlage des Berichts ist eine ausführliche datenbasierte Analyse des Pendler- und Arbeitsverhaltens einer dem Staat Kalifornien untergeordneten Behörde. Die dargestellten Ergebnisse können aber problemlos auf die Privatwirtschaft übertragen werden.

Die Vorteile des mobilen Arbeitens sind nach Aussagen der Kommission eindeutig und statistisch nachweisbar. 

Mobiles Arbeiten:

  • ist effektiver als Büroarbeit,
  • verbessert die Qualität des Arbeitslebens; dies gilt auch und besonders für Menschen mit körperlichen Einschränkungen,
  • fördert Ergebnis- statt Prozessfokussierung,
  • spart dem Arbeitgeber Kosten durch die Reduzierung von Büromieten,
  • schont Ressourcen durch weniger Belastung der Straßenverkehrsinfrastruktur,
  • spart Energie,
  • hilft, die Luftverschmutzung zu reduzieren,
  • hilft, bei Naturkatastrophen arbeitsfähig zu bleiben,
  • verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und 
  • erhöht für Familien die Chance, in Regionen mit geringeren Lebenshaltungskosten wohnen bleiben zu können.

Entscheidende Voraussetzungen der erfolgreichen Einführung von mobiler Arbeit sind:

  • der Support des Prozesses hin zur mobilen Arbeit durch die oberen Führungsetagen,
  • das Identifizieren eines engagierten Pioniers (Abteilung, Einzelperson), der über seine positiven Erfahrungen berichten kann,
  • die Fokussierung auf Menschen, die freiwillig und damit von sich aus mobil arbeiten wollen,
  • die entsprechende Fortbildung der mobil Arbeitenden.

Die Kommission empfiehlt interessierten Arbeitgebern:

  • allein oder mit anderen Unternehmen gemeinsam dezentrale Orte des Arbeitens (shared office space) zu schaffen, damit es neben dem Home-Office einen dritten Ort des Arbeitens gibt,
  • die Einführung von mobiler Arbeit mit einer umfassenden Sammlung von Daten zu begleiten, um den Prozess besser evaluieren zu können,
  • darauf zu achten, dass sich auch Arbeitsprozesse und Entscheidungswege durch mobiles Arbeiten verändern,
  • die Beschäftigten nicht mit den Kosten der digitalen Infrastruktur allein zu lassen; der Nutzen für den Arbeitgeber ist eindeutig messbar, so dass es sinnvoll ist, Arbeitnehmer hierbei zu unterstützen,
  • einheitliche und nachvollziehbare Regeln für die Einführung mobiler Arbeit zu formulieren (Gleichbehandlung, Nachvollziehbarkeit).

Ergebnisse bzw. der Nutzen des mobilen Arbeitens treten unmittelbar und ohne umfangreichen Kapitaleinsatz ein. Es wird geschätzt, dass zumindest 30 % der Arbeitsplätze in den USA auch mobil gestaltbar wären. Die Studie beinhaltet für all diese Punkte ausführliche Datenauswertungen (komplette Protokollierung der Arbeitswege und der privat getätigten Wegezeiten etc.) und kann auch deutschen Arbeitgebern sowie den politischen Akteuren, die sich mit dem gesetzlich verbrieften Recht auf mobiles Arbeiten beschäftigen, nur dringend zur Lektüre empfohlen werden.

Disclaimer: Dieser Bericht wurde bereits vor 30 Jahren veröffentlicht! Ich habe den Begriff des „Telependlers“, der im Kommissionsbericht aus dem Jahre 1990 verwendet wurde, durch das aktuellere „mobil Arbeitender“ ersetzt. Ansonsten handelt es sich um die 1:1 Darstellung der Ergebnisse der Kommissionsarbeit, die bereits 1985 initiiert worden war und 1990 in diesen Bericht mündete.

FunFact: 30 Jahre nach Veröffentlichung dieser Ergebnisse arbeiten nach wie vor über 80 % der Beschäftigten in Deutschland nie und zu keiner Gelegenheit mobil. Stattdessen drehen wir an der Kilometerpauschale und fragen uns gleichzeitig, wie Verkehr und die digitale Arbeitsverdichtung reduziert werden können.

Die Regierung des Staates Kalifornien stellt einen umfangreichen Bericht zum mobilen Arbeiten vor
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Kommentare 3
  1. Josef König
    Josef König · vor einem Monat

    Danke, liest sich interessant. Dennoch kommen nur Argumente der Arbeitgeber und Vorteile für die Gesellschaft zu Wort. Dass 80% mobiles Arbeiten nicht nutzen, liest man nur vom Schrauben an der Pendlerpauschale. Ob jene vielleicht die Mühe des Pendelns deshalb auf sich nehmen, weil sie im Büro oder sonstigem Arbeitsplatz persönliche Kontakte knüpfen, direkte Kommunikation pflegen und Identifikationsangebote wahrnehmen ...? Aber ja, Menschen sind ja nur etwas wert, wenn sie effektiv arbeiten und ansonsten reichlich konsumieren, damit der Wohlstand der Arbeitgeber weiter wächst.

  2. Angela Schmidt
    Angela Schmidt · vor einem Monat

    Danke fürs ausfindig machen und rezensieren! Gibt es denn auch aktuellere Zahlen hierzu, die dies noch einmal stützen?

    1. Ole Wintermann
      Ole Wintermann · vor einem Monat

      Hallo Frau Schmidt, ja, auf jeden Fall. Gerade an diesem Dienstag sind die Ergebnisse der Befragung von 22.000 Beschäftigten erschienen. Sie finden die Zahlen zu dem Thema im Kapitel zum digitalen Arbeiten. Falls sie Fragen haben, sagen sie gern Bescheid. https://initiatived21.... VG, Ole Wintermann

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