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Medien und Gesellschaft

Mohamed Amjahid
Buchautor und Journalist

Reporter, Kurator, Autor für deutsche und internationale Medien. Studium der Politikwissenschaft/Anthropologie. Themen: Weiße Mehrheitsgesellschaft, MENA, Autokratien, Kapitalismuskritik, Feminismus und kritische Theorie.

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piqer: Mohamed Amjahid
Dienstag, 02.06.2020

Die Polizei als Freund und Helferin der Weißen

Vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle eine Recherche aus der Washington Post zur Ermordung von Ahmaud Arbery durch zwei weiße Männer in Brunswick, Georgia empfohlen. Seitdem hat sich leider und wiedermal die strukturelle Gewalt gegen Schwarze Menschen in den USA wiederholt. Der rassistische Mord an George Floyd, den wir alle in Bewegtbildern gesehen haben und die Proteste, die darauf folgten, die problematischen Reaktionen so vieler (weißer) Entscheidungsträger*innen, sie fühlen sich wie eine Endlosschleife an. Ein Déjà-vu, das vor allem in der Diskussion mit jenen, die etwas ändern könnten, sehr frustrierend ist.

Auf Deutsch, das muss ich in aller Härte so formulieren, existieren nur wenige Texte, die sich mit dem strukturellen Charakter von rassistischer Polizeigewalt und der staatlich tolerierten, ja sogar gewollten Unterdrückung von Minderheiten, insbesondere von Schwarzen Menschen, beschäftigen und die ich empfehlen kann. Ich meine hier nicht einzelne Recherchen zu konkreten Fällen. Mehr geht es mir an dieser Stelle um Texte, die im größeren Kontext auf die Gewalt der weißen Mehrheitsgesellschaft gegen die „anderen“ blicken.

Ein solcher Text, den ich mir auch in den Feuilletons deutscher Zeitungen wünschen würde, ist vor Kurzem im US-Medium The Nation erschienen. Elie Mystal erklärt darin die Verbindung weißer Privilegien und dem eigentlichen Aufbau von Polizei in weißen Mehrheitsgesellschaften, insbesondere in den USA:

The killings will continue until the majority of white people make the killings stop“: Die Morde werden anhalten bis eine Mehrheit der Weißen dafür sorgen wird, dass die Morde gestoppt werden, schreibt Mystal. Denn: Die Polizei arbeite im Sinne von Weißen. Die Weißen wüssten das. Sie wüssten, wessen Freund und wessen Helferin die Polizei (nicht nur, aber vor allem in den USA) sei. Das zeigen mit Blick auf Deutschland Namen wie Oury Jalloh oder Amad Ahmad. Polizeigewalt richtet sich selten gegen Weiße und auffällig oft und routiniert gegen Schwarze Körper, gegen Körper of Color. Was dahinter steckt ist wichtig, um eine Lösung für diese Bedrohung zu finden.

Der Essay von Elie Mystal hilft dabei, weil er die Verantwortung und Erzählungen nicht auf einzelne Beamt*innen reduziert. Im Fall von George Floyd geht es natürlich auch um den Polizisten, der vor einer Kamera auf dem Hals seines Opfers kniete, bis George Floyd nicht mehr atmen konnte und verstarb. In der Diskussion kann man allerdings nie oft genug auf das System hinweisen, das Polizist*innen überhaupt erlaubt, ja ermutigt und belohnt, Schwarze Menschen und People of Color zu ermorden. Elie Mystal tut genau dies in diesem Text, den alle weißen Menschen lesen sollten. Als Ergänzung möchte ich ein Interview mit Keith Ellison, Generalstaatsanwalt im Bundesstaat Minnesota, zum Fall Floyd und den politischen Folgen empfehlen. Ebenfalls bei The Nation erschienen. 

Die Polizei als Freund und Helferin der Weißen
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