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Klima und Wandel

Die Eisdrift der "Polarstern"

Dominik LennéDienstag, 28.09.2021

Die "Polarstern" ist der Forschungseisbrecher des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, das sich mit Polar- und Meeresforschung beschäftigt. Von September 2019 bis Oktober 2020 war sie das Kernelement der größten (und vermutlich teuersten) Polarforschungskampagne der bisherigen Geschichte, der MOSAIC-Expedition. (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate, Siehe auch die MOSAIC-Website). Sie fuhr an den Eisrand zwischen Nordpol und Sibirischer Küste, ließ sich dort einfrieren und trieb mit der Eisdrift in ungefähr südwestlicher Richtung über ein Jahr an einen Punkt zwischen Grönland und Spitzbergen. Damit wiederholte sie eine ähnliche Expedition, die der Norweger Fridthjof Nansen von 1893 - 1896 mit seiner legendären "Fram" durchgeführt hatte, nur mit wesentlich mehr Komfort und wissenschaftlicher Durchschlagskraft - und bei wesentlich kleinerer und dünnerer Eisdecke. 

An Bord waren nämlich neben etwa 40 Menschen Stammbesatzung Forschungsteams aus zwanzig Nationen mit viel teurem Equipment, die alles aufzeichneten und maßen, dessen sie überhaupt habhaft werden konnten: Eis- und Schneedickenprofile, Wärme- und Strahlungsfluss ins Eis und heraus, Temperatur- und Salzkonzentration des Meeres unter der "Polarstern", Korngröße und -struktur des Schnees und Eises und deren Veränderung, alle Arten von Lebewesen unter, im und auf dem Eis, Austausch von Spurengasen zwischen Meer, Eis und Atmosphäre, Temperatur und Zusammensetzung der Atmosphäre über der Forschungsstation und so weiter und so fort. Insbesondere die Daten zum Wärme- und Strahlungshaushalt bei verschiedenen Schnee-, Eis- und Wasserverhältnissen sind absolut unverzichtbar, um die per Radar, Laser und Multispektralfotografie gewonnenen Satellitendaten mit realen Verhältnissen "vor Ort" in Beziehung setzen und eine funktionierende numerische Modellierung des arktischen Meereises erstellen zu können.

Eine Reihe russischer Eisbrecher sorgte für die Versorgung mit Sprit und Nahrung und ermöglichte den zyklischen Austausch der Wissenschaftlerteams, so dass mehrere Hundert von ihnen Gelegenheit zu ihren Messungen und Probensammlungen bekamen. Einer von ihnen, die "Kapitan Dranytsin", stellte dabei den doppelten Rekord der nördlichsten Fahrt unter eigener Kraft und des nördlichsten Rendez-vous zweier Schiffe auf. 

Die Fahrt, so gut sie vorbereitet war, musste doch ein riesiges unvorhersehbare Problem bewältigen: die Coronakrise. Sie verhinderte beinahe den zyklischen Austausch der Wissenschaftlerteams. Die "Polarstern" musste ihre Scholle verlassen und die Teams in Spitzbergen austauschen. Auch der Einsatz eines chinesischen Eisbrechers und anderer Schiffe wurde wegen Corona abgebrochen.

Der Film zeigt sehr viele Aspekte der Fahrt: die Suche nach der besten Scholle (sehr heikel, weil Eis so dünn und matschig), die Forschungsstadt auf dem Eis und ihr Aufbau, das Zerreißen der Eisdecke durch Scherkräfte, das Aufwerfen kleiner Eisgebirge durch Druckkräfte, Eisbären und -Fuchs-Besuche, die Polarnacht und die Polardämmerung, das Leben an Bord mit Fitnessraum, Haareschneiden, Weihnachtsfest, Bordgeschäft und Kommandobrücke. 

Ich war - und bin immer noch - begeistert und gestehe, dass ich dort sofort mitgefahren wäre, hätte sich die entfernteste Möglichkeit dazu ergeben. 

Die Bilder sind phantastisch. Die "Polarstern" wird als leuchtendes Schloss der Geborgenheit in einer tödlichen Umwelt gezeigt. Viele einzelne Besatzungsmitglieder und Forscher*innen werden vorgestellt. Die einzelnen Forschungsprojekte werden dargestellt. Es gibt einen Blog, in dem Einträge zu jedem Tag der Expedition zu finden sind. Wer ein paar Screenshots aus dem Film vorab anschauen möchte, wird hier fündig.


Die Eisdrift der "Polarstern"

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