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Klima und Wandel

Bis zum Winter unabhängig von russischer Energie? Ginge, ja

Rico Grimm
Journalist
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Rico GrimmDonnerstag, 30.06.2022

Die deutschen Gasspeicher füllen sich nicht schnell genug, Habeck ruft die Alarmstufe Gas aus. Es wird ein harter Winter, mit großer Sicherheit. Aber einen kleinen Ausweg gibt es doch, der wurde durchgerechnet und stammt von einer Gruppe von Wissenschaftlern: der Masterplan, um vom russischer Energie loszukommen.

Normalerweise würde ich so etwas nicht empfehlen, weil es solche Papiere zu quasi jeder aktuellen Frage gibt. Aber in dieser Extremsituation können wir noch einmal ein paar Dinge lernen. Was der Vorschlag beinhaltet:

  • 1.700 neue Windräder bis Jahresende, die alle schon genehmigt, aber nicht gebaut sind
  • 330.000 zusätzliche Wärmepumpen bis Jahresende
  • Ausbau der Innendämmung in 4,5 Millionen Wohnungen
  • Anschluss von Biogasanlagen ans deutsche Gasnetz

Bei jeder einzelnen dieser Maßnahmen hat man natürlich sofort Fragen. Wie bitte sollen wir 1.700 Windräder in einem halben Jahr bauen, so viele wie im gesamten Jahr 2015? Wo sollen denn die Handwerker herkommen, die die ganzen Wärmepumpen installieren? Und in sechs Monaten 4,5 Millionen Wohnungen in Deutschland dämmen?

Alles nicht machbar – außer in einer gewaltigen nationalen Kraftanstrengung. Und das ist der Grund, warum ich diese Studie empfehle. Zum ersten Mal gibt es nicht nur klimapolitische Gründe, diese sinnvollen Maßnahmen anzugehen, sondern auch sicherheitspolitische, die für jeden sichtbar sind. Darauf lassen sich politische Mehrheiten aufbauen, die auch wirklich tragfähig und effektiv sind. Denn zu viele vermeintliche "Klimalösungen" sind in Wahrheit nur Stichpunkte, die völlig unrealistisch sind.

Bis zum Winter unabhängig von russischer Energie? Ginge, ja

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Kommentare 12
  1. Uwe Protsch
    Uwe Protsch · vor 6 Tagen

    Seit dem Erscheinen dieses Tagesschau-Beitrags sind bereits fast anderthalb Monate vergangen, ohne dass etwas passiert wäre. Ein Tempolimit von 110 km/h ist vor allem dank der ideologisch verbohrten FDP völlig illusorisch. CO2-Einsparung interessiert sowieso niemanden mehr, und unsere PolitikerInnen sind ja schon mit der Bewältigung von Corona an ihre Grenzen gekommen. Deutschland ist völlig überfordert und kann nur auf einen milden Winter hoffen.

  2. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor einem Monat

    Ich sehe als Hauptproblem, dass viele - auch ich - nicht einsehen wollen, dass "leicht und einfach" erstmal vorbei ist und "ernst und real" angesagt ist.
    Man sehe sich die Medien an, man höre sich die Gespräche der meisten Menschen an. Wir haben unsere persönlichen Ziele und Probleme und die sind - oder scheinen - herausfordernd genug.
    Dazu kommt, dass es einen riesigen Unterschied gibt zwischen "Problem anerkennen" und "System verändern". Systeme lassen sich nur (?) über Schlüsselstellen höher in der Hierarchie verändern, weil Organisationsstruktur sich ändern muss. Geld- und Handlungsströme, die bisher durch das lokale und momentane Optima bestimmt werden, müssen sich auf ein Gesamt-Optimum hin orientieren - wofür der Staat das richtige Verhalten wieder zu einem persönlichen Optimum machen muss. Eine ungeheure Komplexität muss im Griff behalten werden.
    Das marktwirtschaftliche Mittel, das zu tun, ist finanzielle Rahmensetzung. Dazu kommen gesetzliche Mindestanforderungen als Mittel.

  3. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor einem Monat

    Ja ok. Mit normaler Wirtschaft nicht machbar. Aber genau das ist der Punkt! Wir brauchen dafür eine "KriegsWirtschaft", wie zb als in der Nachkriegszeit gesetzlich Flüchtlinge in Wohnungen zwangs-einquartiert wurden und dann schnellstens Wohnungen gebaut wurden...
    klar eine Notsituation.
    Wie jetzt auch. wo bleibt der große Plan? Auch dafür haben wir Politik.

  4. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor 2 Monaten

    Klimapolitik und Abkehr von Fossilen war schon immer Sicherheitspolitik. Das wollten geneigte Kreise nur nicht wahrhaben. Weiß nicht, warum man Klimapolitik jetzt schon wieder rhetorisch so abwerten muss - aber wenn es hilft.

    1. Rico Grimm
      Rico Grimm · vor 2 Monaten

      "Man"? 😉 Stimme dir ja zu. Es macht aber einen großen Unterschied, von wem die sicherheitspolitische Dimension formuliert wird.

    2. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 2 Monaten

      @Rico Grimm Weil die "Ökos" 30 Jahre lang belächelt wurden. So wie zur Biodiversitätskrise jetzt wieder Das regt mich einfach auf. Und Du schreibst ja hier auch schon wieder was von Klimalösungen, die unrealistisch seien - was auch immer das sein soll.
      Bei der Geschwindigkeit mitvder die LNG-Terminals aus dem Boden gestampft werden sollen, gibt's keine Fragen? Nur bei den WKA?

    3. Rico Grimm
      Rico Grimm · vor 2 Monaten

      @Daniela Becker Beziehe mich auf solche Vorschläge, wie zum Beispiel Bäume zu pflanzen, wofür es die Fläche von Indien bräuchte. Oder CO2-Absaugung, was eine Industrie erfordert würde, die viermal größer ist als die jetzige fossile. Geo-Engineering etc

      Ich bin wirklich der falsche Adressat für deine Wut.

  5. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · vor 2 Monaten

    Wenn ich solche Studien lese, frage ich mich immer, ob das noch Wissenschaft ist. Man kann natürlich immer noch nicht vorhandene Kapazitäten addieren und dann sagen, geht doch. Ihr müßt die nur hinstellen. Woher die Rohstoffe, die Energie, die Arbeitskräfte und die Logistik kommen soll, das berechnet man einfach nicht mit.

    1. Rico Grimm
      Rico Grimm · vor 2 Monaten

      Schau mal rein, es ist konkreter als andere Studien. Stimme dir aber zu: Zu viele Studien stammen aus dem Lalala-Land.

    2. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 2 Monaten

      @Rico Grimm Ok, danke.

  6. Hartmut Bischoff
    Hartmut Bischoff · vor 2 Monaten

    Auf einmal wird deutlich, wie sehr wir (als Gesellschaft) auf trügerisch preiswerte fossile Märchen gesetzt haben (Diesel als Lösung der Klimaaufgaben) und dem kurzfristigen ökonomischen Benefit (China über alles, sowohl im Im- als auch im Export) alles untergeordnet haben. Gier frisst Hirn passt ganz gut.
    Das Beispiel FDP zeigt, wie stark der Kater der Entzugskur tatsächlich ist und wie nachhaltig die Gehirne geschädigt sind.
    Klar ginge ein nationaler Kraftakt. Das hieße aber anzuerkennen, dass man seit den 1970ern eine elementar falsche Politik gemacht hätte. Das einzugestehen ist für konservative Zeitgenossen unvorstellbar.

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