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Medien und Gesellschaft

40 Jahre bei der taz: Warum tut man sich das an?

Simon Hurtz
Journalist, Dozent, SZ, Social Media Watchblog

Mag es, gute Geschichten zu erzählen.
Mag es, gute Geschichten zu lesen.
Mag es, gute Geschichten zu teilen. Das tut er hier.
Mag es gar nicht, in der dritten Person über sich zu schreiben.

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Simon HurtzFreitag, 27.01.2023

Ich muss diesen piq mit meiner Lieblingspassage aus dem Interview beginnen, weil sie so schön ist:

Keine eigenen Katastrophen?
Ich habe mal wunderbarerweise, gar nicht so lange her, ein Interview mit dem Verdi-Chef Frank Bsirske verwechselt. Ich hatte das auf dem Bildschirm und bearbeitet, obwohl es vor drei Jahren schon erschienen war.

Ging das in den Druck?
Ja. Es ist uns – oder mir – einfach nicht aufgefallen. Übrigens auch sonst niemandem. Was einiges über uns erzählt. Oder auch über Verdi.

Das sagt Klaus Hillenbrand, der nach 40 Jahren bei der taz in den Ruhestand geht. Aus diesem Anlass hat Arno Frank mit ihm gesprochen, und alles an diesem Interview ist wunderbar: die Fragen, die Antworten, der trockene Humor, die Anekdoten, die Hillenbrand erzählt, die Anmerkungen, die Frank dazu macht. Ein weiteres Beispiel:

Antwort:

Ich will gar nicht bestreiten, dass möglicherweise auch bei mir eine gewisse Trägheit eine Rolle gespielt hat. Was eigentlich ganz nett ist, so wie ich es sehe. Ich war auch nie sonderlich auf Geld versessen in meinem Leben, was sich jetzt bei der Rente natürlich etwas negativ ausdrückt.

Anmerkung:

Das ist wieder eine typisch Hillenbrand’sche Untertreibung. Nicht nur darf man nicht „sonderlich versessen“ sein auf Geld, man muss es regelrecht verachten – oder eben haben, je nachdem – um hier langfristig Wurzeln schlagen zu können. Früher störte junge Kolleginnen und Kollegen der Umstand der untertariflichen Spaßbezahlung kaum. Die Mieten waren günstig. Und wenn es doch knapp wurde, gab es unbürokratisch aus dem „taz“-Tresor schon mal einen Vorschuss in bar. Symbolisch bezuschusst wurde man überdies mit dem anarchischen Vergnügen, für die „taz“ arbeiten zu dürfen. Heute gehen bisweilen aber Leute nach mehreren Jahrzehnten bei der „taz“ in eine Rente, die diesen Namen nicht verdient – in manchen Fällen sind das nach lebenslanger Arbeit nicht einmal 1000 Euro. Die „taz“ greift langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immerhin mit einem sogenannten „Marathonfonds“ weiterhin unter die Arme.

Man lernt viel über die Geschichte der taz, die Grabenkämpfe und die Faszination des Projekts, über Journalismus und die Zukunft der Tageszeitung – vor allem aber über einen Menschen, der so rundum sympathisch rüberkommt, dass ich gar nicht anders kann, als am Ende zu lächeln:

Soll ich Dir dieses Gespräch später noch vorlegen, damit Du es autorisieren kannst?
Damit ich etwas ändere? Das wäre ja noch schöner! Schließlich habe ich mich lange genug mit Autorisierungen beschäftigen müssen, bei denen die Damen und Herren nicht nur ihre Antworten, sondern auch ihre Fragen umgeschrieben haben wollten.
40 Jahre bei der taz: Warum tut man sich das an?
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Kommentare 1
  1. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor einem Jahr

    Die Anekdote mit dem Bsirske-Interview ist ja super!

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